Professor Fred Luthans

Der Inspirational Life Award 2023 ging an Professor Fred Luthans

Professor Fred Luthans‘ unerschütterliche Reise im Organisationsverhalten

In den belebten Korridoren der Nebraska Business School hallen Echos einer halben Jahrhundert akademischen Exzellenz wider, die uns zum Büro von Professor Fred Luthans führen. In diesem Jahr, als der geschätzte Professor den Inspirational Life Award 2024 erhält, tauchen wir in die Geschichte eines Mannes ein, der das Feld des Organizational Behaviors revolutioniert hat.

Emeritus Professor Fred Luthans, bekannt für seine bahnbrechende Forschung über psychologisches Kapital, ist seit über 50 Jahren eine feste Größe an der University of Nebraska. Seine Reise begann jedoch weit entfernt von den Hörsälen. Nachdem er als Captain in der US-Armee diente und Psychologie und Führung an der West Point Academy lehrte, fand Luthans seine Berufung in der komplexen Welt des Organisationsverhaltens.

Seine Beiträge zum Fachgebiet sind legendär. Mit dem Verfassen des ersten Lehrbuchs über Organisationsverhalten, das nun in seiner 14. Auflage erscheint, führte Luthans Konzepte ein, die zum Grundstein der Disziplin wurden. Seine Arbeit geht weit über traditionelle Theorien hinaus und konzentriert sich ab der Jahrhundertwende auf die Erforschung des Psychologischen Kapitals, dem sogenannten ‚PsyCap‘ – einen von ihm geprägten Begriff, der Hoffnung, Wirksamkeit, Resilienz und Optimismus umfasst. Dieses revolutionäre Konzept hat die Art und Weise, wie Organisationen die mentale Stärke und Produktivität der Mitarbeiter wahrnehmen, beeinflussen und fördern, grundlegend verändert.

Interessanterweise korreliert ein hoher PsyCap-Wert mit produktiver Arbeitsleistung, höherer ­Zufriedenheit der Mitarbeiter, besserem Führungsverhalten und größerem Engagement am Arbeits­platz sowie einer allgemein aktiveren Einstellung gegenüber Herausforderungen. Luthans‘ Forschung zeigt, dass Mitarbeiter mit einem ­hohen psychologischen Kapital eher und mehr ­Erfolg haben, sich an Veränderungen leichter anpassen und insgesamt signifikant höhere Leistung erbringen.

Mit über 155.000 wissenschaftlichen Zitierungen hat Luthans‘ Forschung nicht nur akademisches Ansehen erlangt, sondern auch praktische Anwendbarkeit. Seine Erkenntnisse waren ein Leitfaden für Organisationen weltweit und boten neue Perspektiven für die Förderung positiver Arbeitsumgebungen. Er hat eine Brücke zwischen der wissenschaftlichen Anwendung der Prinzipien der Positiven Psychologie und der realen Wirtschaft geschlagen.

Seine Auszeichnungen sind zahlreich. Als ehemaliger Präsident der Academy of Management erhielt Luthans die renommierte Auszeichnung als Distinguished Educator, unter anderem Ehren. Dies, zusammen mit Anerkennungen wie dem OB Lifetime Achievement Award und dem Award for Leadership in Behavioral Health der Harvard Medical School, zeichnen das Bild eines Wissenschaftlers, dessen Einfluss Grenzen überschreitet.

Aber wer ist Fred Luthans jenseits der Auszeichnungen? Kollegen beschreiben den heute 84-Jährigen als einen Mann unermüdlicher Hingabe. Studenten erinnern sich an seine Fähigkeit, komplexe Theorien zugänglich und relevant zu machen. Seine Leidenschaft, Theorie und Praxis zu verbinden, hat ihn zu einem beliebten Mentor bei seinen Doktoranden und Studenten gemacht.

Mit 60 Ehejahren an der Seite seiner Frau Kay und als stolzer Vater von vier Kindern und Großvater von acht Enkelkindern spiegelt Luthans‘ Privatleben sein berufliches Ethos wider – ein Zeugnis für Engagement und Ausdauer. Seine Kinder, die seinem beruflichen Vorbild gefolgt sind und seine Arbeit fortsetzen, zeigen die tiefe und anhaltende Wirkung seiner Lehre und seines Lebens.

Während wir Professor Luthans mit dem Inspirational Life Award 2024 ehren, ist es wichtig, die breiteren Implikationen seiner Arbeit zu beachten. Seine Studien zum psychologischen Kapital haben nicht nur das Feld des Organisationsverhaltens bereichert, sondern auch unschätzbare Werkzeuge für persönliches Wachstum und Resilienz im täglichen Leben angeboten.

In einer Ära, in der die Dynamik am Arbeitsplatz zunehmend komplex wird, bietet Luthans‘ Vermächtnis ein Leuchtfeuer der Hoffnung und eine Wegweisung für die Nutzung des besten menschlichen Potentials. Während wir diesen Leuchtturm feiern, werden wir an die Macht des akademischen Strebens erinnert, das von dem Wunsch angetrieben wird, einen greifbaren Unterschied in sowohl professionellen als auch persönlichen Bereichen zu machen.

Während Professor Luthans weiterhin unermüdlich inspiriert und die Zukunft des Organisationsverhaltens gestaltet, steht seine Reise als Zeugnis für die anhaltende Wirkung, die ein Einzelner auf die Richtung einer Disziplin und das Beeinflussen unzähliger Leben haben kann.

Das Konzept des Psychologischen Kapitals (PsyCap) kurz erklärt:

PsyCap basiert auf einer Gruppe von positiven, psychlogischen Fähigkeiten, die eine Person in der Arbeitswelt und im Leben erfolgreich machen können. Es ist wie ein innerer Vorrat an Stärken, den man aufbauen und nutzen kann. Das psychologische Kapital eines Menschen lässt sich messen und besteht aus vier Hauptteilen:

  1. Hoffnung:
    Dies bedeutet, Ziele zu haben und aktiv immer Wege zu finden, um diese Ziele zu erreichen, auch wenn es mal schwierig wird.
  2. Selbstwirksamkeit:
    Das ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, dass man Aufgaben erfolgreich bewältigen kann.
  3. Resilienz:
    Das ist die Fähigkeit, sich von Rückschlägen zu erholen, also wenn etwas schiefgeht, nicht aufzugeben, sondern daraus zu lernen und weiterzumachen.
  4. Optimismus:
    Eine positive Einstellung haben, also zu glauben, dass die Zukunft gut sein wird und dass man einen positiven Einfluss darauf haben kann.

Das Besondere an PsyCap ist, dass es nicht angeboren ist; man kann diese Fähigkeiten lernen und entwickeln, um im Beruf und im Leben besser zurechtzukommen. Es ist wie ein Werkzeugkasten für die Psyche, der hilft, Herausforderungen zu meistern und Ziele zu erreichen.